Heute wurden die Alten geehrt !

HEUTE WURDEN DIE ALTEN GEEHRT !

Tradition hat in Kenia einen sehr hohen Stellenwert.

Je laenger ich hier bin (nun sind es schon 3,5 Jahre) , desto mehr tauche ich ein in die kenianische Kultur und lerne immer mehr und mehr Traditionen kennen.

I'm loving it!

 

Wir haben in unseren Projekt vorallem die Kleinsten mit Schulgeldern , Gewand , Spielzeug usw unterstuetzt.

Auch jetzt gerade unterstuetzen wir 11 Kinder darin , die Schule besuchen zu koennen und sichern ihnen damit eine hoffnungsvolle Zukunft.

Kinder sind die Zukunft , keine Frage .

 

 

 

Heute jedoch , haben wir uns dazu entschieden die Aeltesten zu ehren.

Dazu muss ich mich aber auch ein wenig schuldig erklaeren , denn wir hatten einen kleinen Hintergedanken dabei.

 

Ein Glaube in Kenia ist der, dass alte Menschen die jungen segnen koennen.

So haben wir uns heute nach Kericho aufgemacht um Edwins 100 Jahre alte Uroma zu besuchen , mit der Hoffnung fuer unser zukuenftliches Leben gesegnet zu werden.

Wir haben uns also nicht ganz ohne Hintergedanken auf den weiten Weg gemacht ;-)

 

Ausserdem sagt man in Kenia , dass jeder Bruder des Grossvaters ein Grossvater und jeder Bruder des Vaters ein Vater ist.

Uns erwarteten also 6 Grossvaeter, 6 Grossmuetter und eine Urgrossmutter.

Wir kauften also 13 Decken, um diese den Alten , ganz nach Tradition , in einer Zeremonie umzuhaengen und sie damit zu ehren.

 

Ausserdem brachten wir ein wenig Taschengeld, Zucker, Tee, Mehl und Gemuese.

 

Ganz herzlich wurden wir also von Edwins 6 Grossvaetern , seiner Uroma und allen anderen unzaehligen Verwandten mit Gesang und Tanz empfangen.

 

Nach den 3,5 Jahren war dies bestimmt eines meiner Highlights.

Ich fuehle mich hier wohl und immer mehr mit der kenianischen Kultur , ihren Traditionen und ihrer Sprache vertraut.

 

Von den Alten kann man hier viel lernen , nicht nur ueber Kenia , sondern ueber das Leben.

 

In einer Zeremonie , in der gebetet , gesungen , getanzt und Motivationsvortraege gehalten wurden , ueberreichten wir dann also die Decken , wir haengten sie ihnen um und ehrten sie dementsprechend

Es war ein Freudentag fuer alle !

 

Ein kenianicher Glaube ist , dass wenn Gaeste

zu einem bestimmten Ort kommen , wird jeder der darin involviert ist in naheliegender Zeit gesegnet .

Da es Edwin in Dubai so gut gegangen ist und wir das neue Jahr so gut begonnen hatten , wollten wir auch etwas zurueck geben.

Glueck ist nur wertvoll, wenn man es auch teilt.

 

Ich freue mich , dass ich teilen kann.

 

Nach einem total schoenen und traditionsreichen Tag war es dann endlich soweit.

Edwins Uroma kam auf uns zu und drueckte uns alles was sie je gespart hatte in die Hand - 50 Kenianische Shilling (0,5 Euro).

Damit segnete sie uns und machte uns unendlich gluecklich.

Ich habe es total geschaetzt und habe den ganzen Abend noch eine innere Ruhe , Zufriedenheit und Freude gespuert ,wie selten zuvor.

 

Ich fuehle mich angekommen hier in den Weiten Kenias , in der Herzlichkeit der Menschen , in dieser wundervollen Familie

und dieser ganzen herrlichen Unkompliziertheit.

Ich habe meine Werte in den 3,5 Jahren veraendert , ich weiss nun was mich wirklich gluecklich macht und welchen Weg ich gehen moechte.

 

Kenia , das ist fuer mich Freiheit so weit das Auge reicht .

Durchatmen und wohlfuehlen.

In der Einfachheit den Reichtum erkennen.

 

Wir alle sollten anfangen mehr an die Menschen zu denken die weniger gesegnet sind als wir selbst , die Kinder die nicht in die Schule gehen koennen , die Alten die mit 86 Jahren am blanken Boden schlafen weil sie sich keine Matratzen leisten koennen , die Eltern die sich am Feld fuer einen Hungerslohn abschuften ...

 

Wir sollten nicht nur an sie denken , sondern ihnen wirklich helfen , lernen zu geben , denn nur das ist , was wirklich gluecklich macht!